Samstag, 26.05.2018 17:35 Uhr

Schiffshupen stossen auf taube Ohren am Tag gegen Lärm

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 25.04.2018, 12:09 Uhr
Presse-Ressort von: Joachim Raffelberg Bericht 5707x gelesen

Köln [ENA] Das andauernde Hupen der Binnenschiffe am Kölner Rheinauhafen zählt für die Veranstalter des heutigen “Tags gegen Lärm” nicht zu den aktuell in der Bevölkerung “stark diskutierten Lärmquellen”. Damit begründete die den Aktionstag ausrichtende Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) am Mittwoch, dass die Binnenschifffahrt in ihrer Presseverlautbarung nicht als Lärmverursacher genannt worden sei.

Der Tag unter dem Motto “Laut war gestern” setzt laut DEGA-Sprecherin Evelin Baumer neue Akzente, weil er Bürgerinnen und Bürger aktiv im Kampf gegen Lärm unterstützen wolle. Veränderungen von Strassenverläufen, Begegnungszonen und Planungsbeteiligung von Anwohnern eröffneten “neue akustische Lebensräume”. “Immer mehr Baustellen, nicht kalkulierbares Straßenverkehrsaufkommen, extremer Güterverkehr auf der Strasse und Schiene, nachbarschaftliches Getöse, Tellerklappern in Restaurants, Beschallungen überall im täglichen Leben – dagegen wird der Tag gegen Lärm aktiv”, erklärte die DEGA. Akustische Umweltkonzepte wie Elektromobilität, umweltfreundliche Schiene, autofreies Wohnen und Lärmschutz an der Quelle zögen immer mehr in den Alltag ein.

Zu der Frage, ob die Nichterwähnung der Binnenschifffahrt durch die DEGA bedeute, dass diese als Lärmquelle vernachlässigt werden könne, erklärte die Sprecherin, wegen vieler unterschiedlicher Geräuschquellen sei es leider nicht möglich, alle zu nennen. Kirchenglocken, Laubbläser, Flugzeuge, Motorräder etc. seien auch unerwähnt geblieben. “In unserer Pressemitteilung konnten wir nur auf einige aktuell in der Bevölkerung stark diskutierte Lärmquellen eingehen”, erklärte Baumer. In Deutschlands viertgrösster Stadt wehren sich Hafen- und Innenstadtbewohner gegen die Lärmbelästigung durch die Rheinschifffahrt, die von der Polizei mit Geldbussen und Anzeigen geahndet wird.

Der “Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day” finde seit 1998 in Deutschland statt und sei zeitlich mit dem amerikanischen Aktionstag abgestimmt, der sich Erhöhung von Aufmerksamkeit und Sensibilisierung bezogen auf Lärm und seine Wirkungen zum Ziel gesetzt habe, heisst es in der Verlautbarung. Die Rheinschiffer protestieren mit ihrer lautstarken Aktion gegen das von der Stadt Köln verhängte Anlegeverbot am Rheinauhafen, das von Unfällen an der Kaimauer ausgelöst worden war. Der Hafenbetreiber hat zwar eine Regelung vorgeschlagen, deren Verwirklichung den Schiffern aber zu lange dauert; sie fordern eine rasche Zwischenlösung.

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