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Schiffer unzufrieden mit “Durchbruch” im Rheinauhafen

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 19.04.2018, 15:31 Uhr
Presse-Ressort von: Joachim Raffelberg Bericht 5715x gelesen
Ausweichhafen Niehl
Ausweichhafen Niehl "inakzeptabel"  Bild: Jochen Raffelberg

Köln [ENA] Die Binnenschiffer sind mit einer am Donnerstag vorgelegten Lösung zur Beilegung des seit Februar andauernden Kölner Hafenkonflikts unzufrieden und wollen weiter protestieren. Stadt und Bund sehen dagegen in der vereinbarten Regelung zur Wiederherstellung der Anlegemöglichkeit einen “Durchbruch".

Stadt und Bund haben sich langfristig auf Dalben als Anlegemöglichkeit für Binnenschiffe im Kölner Rheinauhafen verständigt. Da die Baumassnahmen Zeit in Anspruch nähmen, würden im Hafen Köln-Niehl kostenlose Ausweich-Liegeplätze angeboten. Die Schiffer hatten auf eine rasche Übergangslösung wie zum Beispiel Stelzenpontons gehofft und für deren Ausbleiben neue Protestaktionen bis hin zum Boycott angedroht.

Der Vorsitzende der Europäischen Vereinigung der Binnenschiffer (EVdB), Christian Niemann, erklärte, die Lösung gehe zwar “in die richtige Richtung”, es fehle aber der geforderte Zeitrahmen für die Umsetzung dieser Lösung. Er lehnte die angebotene Niehler Interimslösung als “nicht akzeptabel” ab. Der EVdB will sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben und weiter Druck ausüben; er befürchtet, dass die Planungen nicht vor 2020 abgeschlossen würden. Ob die Hup-Proteste weitergeführt oder andere Aktionen ins Auge gefasst werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.

Vom 1. Juni nur noch Landstrom
Kaimauer des Rheinauhafens
Von Frachtschiffen bei Hochwasser herausgerissen

In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Donnerstag bezeichnen die Stadt Köln, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) die Einigung als “Durchbruch”. Sie reagieren damit auf die Forderung der Partikuliere an die Verantwortlichen, bis morgen Lösung und Zeitplan vorzulegen, wie es in einer städtischen Anhörung vereinbart worden war. Der unbefristete Plan sieht zunächst vor, bis Ende Juni eine Vereinbarung zwischen den Beteiligten abzuschliessen und eine notwendige “Kampfmittel-Erkundung” durchzuführen. Unter anderem sollen eine Regelung für die Sicherung der Landgangs-Möglichkeit vereinbart und unterschiedliche Konstruktions-Modelle geprüft werden.

Nach Information der politischen Gremien würden die Baumassnahmen von der WSV ausgeschrieben. Bei der vorgesehenen Lösung würden die Dalben (gleich Pfählen) in der Wasserstraße verankert und Übergänge zu den bereits vorhanden Treppen in der Kaimauer als Landgang-Möglichkeit genutzt. Auch müssten die bestehenden Stromtankstellen in das Konzept integriert werden, um den zum 1. Juni in Kraft tretenden Änderungen der Rheinschifffahrts-Polizeiverordnung zu genügen. Das heisse, Binnenschiffe müssten dann Landstrom als Energiequelle statt ihrer Diesel-Aggregate nutzen, ein Plus für Umwelt und Anwohner.

Im vergangenen Dezember und Januar war es im Rheinauhafen zu zwei Unfällen gekommen, als dort liegende Binnenschiffe Festmach-Vorrichtungen aus der Kaimauer gerissen hatten. Daraufhin sprach die HGK, ohne die Stadt zu informieren, ein sofortiges Festmach-Verbot aus, um ihrer Darstellung zufolge weitere Unfälle oder Personenschäden von Passanten oder Schiffsbesatzungen zu vermeiden. Die HGK räumte ein, dass das “Verbot allerdings eine weitere Einschränkung der ohnehin knappen Liegeplätze am Rhein” bedeute.

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