Samstag, 26.05.2018 17:36 Uhr

Kardinal Meisners Reisealtar auf €160.000 geschätzt

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 25.04.2018, 19:14 Uhr
Presse-Ressort von: Joachim Raffelberg Bericht 6103x gelesen

Köln [ENA] Ein Flügelaltar des 14. Jahrhunderts und andere wertvolle Kunstwerke aus dem Nachlass des Kölner Kardinals Joachim Meisner werden im Mai öffentlich versteigert. Den Wert allein des florentinischen Triptychons mit thronender Muttergottes schätzt das Auktionshaus Lempertz auf bis zu €160.000. Das Echtheitszertifikat hat der Zürcher Kunsthistoriker Gaudenz Freuler im Auftrag von Lempertz ausgestellt.

Laut Erzbistum hat der gotische Klappaltar durch aufwendige Expertenrecherche neu eingeordnet und dem Meister des Tobias (Florenz ca. 1345-1370) zugeschrieben werden können. Wie das Erzbistum Köln am Mittwoch mitteilte, stammen die wertvollsten Stücke, die am 16. Mai in Köln unter den Hammer kommen, aus dem Nachlass der Bildhauerin Hildegard Domizlaff, der Kardinal Meisner aufgrund persönlicher Verbundenheit mit der Künstlerin zugefallen sei. Der Erlös der Hinterlassenschaft gehe zu 100 Prozent an die Kardinal-Meisner-Stiftung, deren Zweck die Förderung der Seelsorge im Erzbistum Köln und in Osteuropa sei.

Zum Nachlass des Alt-Erzbischofs, der im Juli 2017 verstorben war, gehören Gemälde, Ikonen, Skulpturen, Möbel und Porzellan. Darunter finden sich viele sakrale Stücke und Bilder mit Bezug zu seiner niederschlesischen Heimat und seinen Lebensstationen. Laut Erzbistum wird der überwiegende Teil des Nachlasses Ende September auf einer Benefiz-Auktion bei Lempertz versteigert. Der Erlös dieser Auktion falle ebenfalls an die Stiftung. Dem Katalogbeitrag Professor Freulers zufolge ist der florentinische Flügelaltar, der wohl auch als Reisealtar gedient habe, “eine faszinierende Wiederentdeckung”.

Er sei über das Kloster von San Girolamo in Siena im 19. Jahrhundert in den englischen Raum verkauft worden und 1968 im Besitz von Julius Böhler in München aufgetaucht. Von dort habe das kleine Kunstwerk (Tempera auf Holz. 46,5 x 28cm/Mittelstück und 46,5 x 11cm/Flügel) in die Privatsammlung Domizlaff gefunden. Weitere Kunstwerke des Meisner-Nachlasses seien von Freunden und Wohltätern geschenkt worden, etwa als Anerkennung für seinen persönlichen Einsatz für die Kirche in Mittel- und Osteuropa, teilte das Generalvikariat mit. Vieles habe er als Kunstliebhaber und -kenner selbst erworben, als heute hoch gehandelte Kunst noch günstig zu erwerben gewesen sei, z. B. Malerei des 19. Jahrhunderts.

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